MOYOBAMBA

Aproeco

Über Aproeco

Die Kooperative Aproeco ist mit rund 250 Mitgliedern eher klein und familiär. Der Name beschreibt zugleich die Philosophie der Organisation: Aproeco bedeutet ausgeschrieben Asociación de Productores Ecologicos (Assoziation ökologischer Produzent*innen). So betrachten die Kooperativenmitglieder ihr natürliches Ökosystem als schöne und notwendige Ressource für ein gutes Leben. Selten haben wir so gewaltige Natur gesehen wie im Bergregenwald bei Moyobamba, das mit mehreren Tausend wilden Orchideenarten auch als Stadt der Orchideen gilt.

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Die Kaffeefincas mancher Kooperativenmitglieder sind unter dem Blätterdach kaum auszumachen. Die Fincas gleichen eher einem Garten Eden als einem Stück bestelltem Land. Viele leben weitestgehend in Subsistenz und kultivieren neben dem Kaffee diverse andere Pflanzen wie Maniok, Banane, Ananas, Zitrus, Gewürze, Gemüse, Kräuter, Orchideen, Avocados und andere. In Kombination mit schonender Tierzucht (Meerschweinchen, Hühner, wenige Rinder oder Schweine, Maultiere) und Agroforst (einheimische Nutzhölzer) leben sie gleichzeitig weitestgehend unabhängig und doch in Armut. Preisschwankungen beim Kaffee, Öl, Reis oder Diesel treffen diese Menschen hart. Nur langsam erhalten sie Zugang zu öffentlicher Grundversorgung. Viele leben noch immer ohne fließendes Wasser, Elektrizität oder Zugang zum Gesundheitssystem. Mit Kraftfahrzeugen können sie ihren Haushalt nicht erreichen. Sie leben das naturnahe aber entbehrungsreiche Leben von Pionier*innen im peruanischen Bergregenwald.

Wie alles begann

Große Teile der Geschichte von cumpa beginnen in der Kooperative Aproeco. Nach einer ersten Reise nach Peru 2013/2014 ging cumpa Mitgründer Lukas 2016 erneut nach Moyobamba, um ein freiwilliges Praktikum in der Kooperative Aproeco zu absolvieren. In den zwei Wochen lernte er das erste Mal Kaffeefincas kennen, cuppte Kaffees und war beim An- und Verkauf in der Kooperative dabei.

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Die Transparenz, die von Seiten der Kooperativenmitarbeiter*innen entgegengebracht wurden, war enorm. Ein Jahr später, 2017/2018, absolvierte Lukas dann sein studentisches Praxissemester „International Management“ erneut in der Kooperative. Es entstanden mehrere Studienarbeiten rund um die Region und das Thema Kaffee. Eine Zukunftsstudie für die Kaffeeregion stellten wir später gemeinsam auf dem World of Coffee Festival in Amsterdam vor. Außerdem sandten wir das erste Mal Rohkaffee nach Deutschland: 12 Säcke handselektierte Microlots, verpackt in GrainPro und handbemalten Jutesäcken. Dieser Kaffee ebnete später den Weg für erste Rohkaffeebestellungen in Deutschland. Zum Abschluss des Praktikums 2018 besuchte auch Daniel Peru und die Kooperative. Das wichtigste, was in dieser Zeit entstand, waren die Freundschaften und das gegenseitige Vertrauen.

Die Arbeit der Kooperative

In der Kooperative lernt man insbesondere über soziale und ökologische Innovationen im Kaffeeanbau. In einem familienartigen Umgang steht die Kooperative Mitgliedern bei Not stehts zur Seite, wenn es zum Beispiel bei Mitgliedern zu Krankheit oder Unfällen kommt, Geldbedarf für die Bildung der Kinder besteht oder Investitionen in die Fincas realisiert werden müssen. Die gegenseitige Hilfe ist beeindruckend. Gleichzeitig treiben die technischen Assistent*innen organische Landwirtschaft und fortschrittliche Qualitäten energisch voran.

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Mittlerweile wurde der Großteil der 2012 gepflanzten Catimor-Pflanzen durch höherwertigere Varietäten wie Marsellesa, Pink Bourbon, und Gran Colombia ersetzt. Kontinuierlich baut die Kooperative geeignete Fermentations- und Trockeninfrastruktur mit den Farmer*innen. Mitarbeiter*innen erhalten diverse Schulungen zum Anbau und Produktionsprozessen. Bei den internen Inspektionen legen sie viele Kilometer an Fußmärschen zurück und bringen das Wissen bis zu den entlegensten Farmer*innen.

Aktuelle Initiativen

Die Kooperative möchte ihre Mitglieder für eine schwierigere Zukunft im Zuge des Klimawandels wappnen. Im neuesten Projekt pflanzen die Farmer*innen 7,5 Hektar Tieflandkaffee (Coffea Canephora) in die niedrigeren Gebiete nahe der Stadt. Hier wütet der Kaffeerost mittlerweile auch bei den einst immun geglaubten Catimor-Hybriden und zwingt viele Farmer*innen zur Aufgabe der Kaffeefincas.

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Mit Tieflandkaffee im Agroforstsystem kann Kohlenstoff gebunden werden, die Menschen bekommen eine neue Perspektive mit Kaffee und ein innovativer Markt kann entstehen. Dieses Projekt wird von Qoffee Qulture e.V. mit der Förderung der SEZ Baden-Württemberg realisiert und findet in Kooperation mit der Kooperative Oro Verde statt.

Aproeco und cumpa

Die Lots „Kuntu“ und „Kuntu Organic“ von Aproeco spiegeln die Seele cumpas wieder. Das Aroma des Regenwaldes ist für uns fest mit wundervollen Freundschaften verknüpft.

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Es macht uns froh und stolz, dieses Netzwerk schon so viele Jahre zu entwickeln. Wir können durch unsere gemeinsame Arbeit zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, über weite Entfernungen empathische, freundschaftliche Beziehungen zu pflegen und gegenseitig an unseren Lebensgeschichten Anteil zu nehmen.

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