MOYOBAMBA

Finca Cascadas de Cueva

Alles aus einer Hand

Die Kultur in der peruanischen Kaffeeproduktion hat sich historisch so entwickelt, dass die meisten Kaffeefarmer*innen heute ihren Kaffee selbst kultivieren, von Hand ernten, an Ort und Stelle depulpen, fermentieren und trocknen. Das trockene Parchment lässt sich einfacher zu den Ankaufstellen transportieren, die je nach Fall im nächsten Dorf oder in der nächsten Stadt liegen. Die Reise ist beschwerlich und häufig nur mit Maultieren zu bewältigen. Kraftfahrzeuge schaffen die unbefestigten, schlammigen und steinigen, steilen Wege nicht.

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Jimmy Rojas war viele Jahre Geschäftsführer der Kooperative Aproeco in Moyobamba und berichtet uns, dass der Transportpreis von der Finca zur Kooperative anteilig am Kilogramm Rohkaffee teurer ist, als der Transportpreis des Rohkaffees von Peru nach Deutschland. Aber Peru ist im Wandel. Infrastruktur wird von der Regierung als Schlüssel zu besserer Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität angesehen, die besonders dem verwundbarsten Teil der Bevölkerung helfen kann.

Eine Region im Wandel

Die Familie Cueva  ist in den 1990er Jahren aus den Bergen Cajamarcas nach Moyobamba in den Bergregenwald migriert. Es gab viele Gründe: Flucht vor dem Terror und der Gewalt in den Bergen, die im Zuge des Bergbaus verschwindenden natürlichen Ressourcen und die positiven Anreize aus der Politik, sich im Regenwald niederzulassen. Im Bundesland San Martin sind zwischen 2001 und 2015 fast 400.000 Hektar Wald gefallen, um Platz für die migrierte Bevölkerung und ihre Versorgung zu schaffen. Wie die meisten anderen pflanzten die Cuevas Kaffee an, um ihre Existenz zu sichern.

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Mit den neuen Pionier*innen entstand eine neue Mischkultur, die Eigenarten aus den Bergen mit Traditionen des Regenwalds vereint. Der Prozess der urbanen Erschließung der Siedlungen hält bis heute an. Noch immer mangelt es an Grundversorgung wie Wasser, Abwasser, Bildung, Elektrizität, Sanitätsanlagen. Im grünen Paradies leiden Menschen an Mangelernährung und verunreinigtem Wasser. Die abgeschiedenen, oft nur zu Fuß zu erreichenden Kommunen sind selbst verwaltet, um ein gewisses Maß an Demokratie und Sicherheit im Dschungel zu gewährleisten.

 

Die Familie Cueva Castañeda hat sich in Carrizales niedergelassen, am hinteren Ende des Tales des Gera Flusses oberhalb von Moyobamba. Zunächst bauten sie gewöhnlichen Kaffee an, mit wenig Wissen, wenig Kontrolle und zu niedrigen Verkaufspreisen. Mit dem Eintritt mehrerer Familienmitglieder in die Kooperative Aproeco Ende der 2010er Jahre änderte sich vieles. Durch die technische Unterstützung im Anbau und Weiterverarbeitung konnten höhere Preise erzielt werden. Mit der zusätzlichen Hilfe des Qoffee Qulture e.V. baute die Familie fortschrittliche Trockenbetten für komplexe Fermentations- und Trocknungsprozesse. Gover Cueva begann, für die Kooperative zu arbeiten, erst im Lager, dann in der technischen Assistenz und zuletzt als Qualitätsmanager. Alle Kaffees der Kooperative werden von Gover gecuppt.

Finca Cascadas de Cueva

Die Familienfinca, benannt nach dem Wasserfall, ist mindestens seit 2018 ein Modellprojekt in der Region. Die Familie kauft Kaffeekirschen von Nachbar*innen und prozessiert sie hier zentralisiert. Alle sind eingeladen, ins Gespräch zu kommen und mit Gover ins Gespräch zu kommen, der sein umfangreiches Wissen gerne teilt.

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Die Sicht Govers auf den Kaffeeanbau ist einzigartig und richtet sich an Werten der Permakultur aus. Während wir über die Finca wandern, fühlt es sich wie ein Garten Eden an. Wir sehen Dutzende Pflanzen- und Tierarten, die Gover alle kennt. Die Humusschicht ist gut 30cm dick, weshalb unsere Füße bei jedem Schritt im lockeren Boden versinken.

Vom gemeinsamen Träumen zur Realität

Heute ist Finca Cascadas de Cueva neben der Finca auch ein Unternehmen, das für uns alle peruanischen Microlots exportiert und existenziell für die cumpa Operationen in Peru ist. Nostalgisch denken wir daran zurück, wie wir im Jahr 2016 noch zusammen träumten, von Microlots für Deutschland, von gemeinsamen Geschäften, davon wie wir in Zukunft zusammen erfolgreich mit und von Kaffee leben könnten.

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Damals waren wir Studenten, Gover Lagerverantwortlicher der Kooperative. Heute sind wir langjährige Freunde und Geschäftspartner. Einige unserer Pläne von damals konnten wir schon verwirklichen. Fast wie als Symbole für unsere Partnerschaft wachsen auf der Finca Moena-Bäume, die wir 2018 zusammen für unsere CO2-Kompensation pflanzten. In ihrem Schatten wachsen Kaffeepflanzen der Varietät Bourbon. Wir freuen uns auf die kommenden Jahre.

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