Nachhaltige Vanille

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Arturo berichtet uns, dass nachhaltige Entwicklung für ihn ökonomische, ökologische und soziale Aspekte mit sich bringt. Im Vordergrund steht für ihn persönlich dabei, langfristig Armut zu bekämpfen. Denn die ist besonders hier in den ruralen Zonen des flachen Regenwald weit verbreitet. Nahe Tingana leben Communities der Aguaruna-Ethnie, aus deren Sprache auch der Name „Wawki“ kommt. Ihnen will Wawki durch die Vanille bessere Perspektiven verschaffen. Dafür bieten sie technische Assistenz bei der Kultivierung, helfen bei der Beschaffung von Informationen über Plagen, Krankheiten, besseres Management. Wenn die Aguaruna Schoten ernten können, kauf Wawki sie. So sichert Wawki den Markt.

 

Einige Partner*innen von Wawki aus der der Aguaruna Community „Alto Mayo“ erzählten Arturo, dass sie durch den Verkauf der Vanillefrüchte ihr monatliches Einkommen von 300 Soles (ca. 75€) auf 2.000 – 3.000 Soles (500-750€) steigern konnten. Auf diese Weise hilft die Vanille, die Kaufkraft der Menschen zu steigern. Sie können sich bessere Kleidung, besser Ernährung und besser Bildung leisten. Arturo berichtet uns von einer besonderen Erfahrung: Eine Frau verkaufte Wawki eine kleine Vanilleschote für 20 Soles (ca. 5€). Es sei doch erstaunlich, wie es diese kleine Schote schaffen kann, eine Familie einen Tag lang zu ernähren. Es ist Arturo wichtig, dass die Aguaruna lernen, sich selbst innerhalb der Gruppe weiterzubilden. Ein*e Aguaruna sollte andere Aguarans schulen. Die ethnische Gruppe hat so viel Zeit mit den Orchideen in ihrem Territorium gelebt. Die Vanilleorchidee ist Teil der Aguaruna Identität. Es ist eine schöne Idee. Und die Zeichen stehen gut, immer mehr interessierte Leute kontaktieren Wawki und die Vanilleproduzent*innen Perus.

 

Arturo denkt noch viel weiter. Es ist ihm wichtig, dass der Staat und andere Organisationen die Vanille als nützliche Geldquelle für die Menschen hier anerkennen und fördern. Er ist überzeugt, dass die Vanille die Lebensqualität der Menschen verbessern wird. Noch ist der ganze Sektor Neuland, Feldversuche und erste Vernetzungen bringen den Fortschritt. Es gibt viele neue Akteur*innen, alle mit anderem Vorgehen und anderen Versprechen.

 

Arturo erklärt uns auch die größeren Zusammenhänge von Ökosystem und Wirtschaft in der Region. Auf dem Weg nach Moyobamba passieren wir viele Quadratkilometer Reisfelder. Vor 30 Jahren waren hier überall noch „Aguajales“, jener sumpfige Regenwald, in dem die Vainilla Pompona heimisch ist. Die Pionier*innen der Region haben große Flächen in Reisfelder umgewandelt. Der Reis wird bis zu 10 mal jährlich mit verschiedenen Chemikalien besprüht und ist eine Katastrophe für das Ökosystem. Der Lebensraum der wilden Vanilla Pompona muss einerseits in Zukunft besser geschützt werden, andererseits kann ihre Kultivierung auch dabei helfen, die Biomasse und -diversität der Aguajales zu beschützen. (1)  Es gibt in San Martín viele landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte, die mangels Vermarktungsmöglichkeiten gescheitert sind. Dieses Schicksal soll die Vanille nicht ereilen. Deshalb nehmen Wawki und cumpa durch ihre Vermarktung Schlüsselrollen für den Naturschutz durch Vanilleproduktion ein.

 

Hier gibt es mehr Informationen zu unserer Vanille.

 

(1) Quelle:  https://www.researchgate.net/publication/352715442_III_CONGRESO_INTERNACIONAL_DE_LA_VAINILLA_EDICION_ESPECIAL, Seite 28

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