Coffeeorigins während Corona kennenlernen: Teil 1 Moyobamba

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Die weltweiten Corona-Beschränkungen im Reiseverkehr gelten nicht in der virtuellen Welt. Deshalb wollen wir euch bis Weihnachten jede Woche einen Ort vorstellen, von wo cumpa Rohkaffees importiert.

Den Beginn macht Moyobamba in Nordperu. Die „Stadt der Orchideen“ (rund 3.500 wilde Arten) gilt als die älteste Stadt der peruanischen Amazonasregion und wurde schon 1540 von den spanischen Conquistadores gegründet, nur 9 Jahre nach der Ankunft der Spanier in Peru. Aber auch vorher war die Ebene am Rio Mayo besiedelt und unter dem Namen „Muyupampa“ bekannt, was auf der amazonischen Quichuasprache so viel wie „runde Ebene“ bedeutet. Der Hügel „Morro de Calzada“ begrenzt das Tal optisch auch und ist ein weiteres Wahrzeichen Moyobambas. Er erhebt sich fast 600m aus dem Tal des Alto Mayo.

Die Einflüsse der diversen Kulturen sind sehr präsent und prägen bis heute die Region, z.B. in Form von Dialekten, Gastronomie, Tänzen und anderen Traditionen. Neben indigenen Gruppen wie den Awajun, Quechua oder Chayahuitas leben hier vor allem gemischte Nachfahr*innen von Menschen indigener, europäischer (insbesondere spanischer), asiatischer und anderer lateinamerikanischer Abstammung.

Landwirtschaft bestimmt die Wirtschaft Moyobambas, insbesondere Kaffee. Gleichzeitig sind 75% des in Peru getrunkenen Kaffees wasserlösliche Kaffeeprodukte. Erst in den letzten Jahren ändert sich die Kaffeekultur langsam und die Menschen beginnen ihre eigenen großartigen Kaffeeprodukte zu trinken. Moyobamba ist die Pforte zum Amazonasregenwald. In der Region San Martín, zu der Moyobamba gehört, bestanden im Jahr 2015 zwei Drittel der Fläche aus Regenwald. Diese 3,4 Millionen Hektar Urwald entsprechen ungefähr einem Zehntel der Fläche Deutschlands. Früher stand hier noch mehr Urwald, aber nach den Wirren des Terrorismus, und im Zuge der neoliberalen Wirtschaftspolitik Perus ist in den vergangenen Jahrzehnten viel Wald gefallen, um den Bewohner*innen wirtschaftliche Perspektiven zu öffnen. In den 1980ern und 1990er litt Moyobamba unter den Auseinandersetzungen des MRTA mit dem Militär, die Kokainproduktion florierte. Heute ist Coca in der Gegend eher unbedeutend, die Pflanze wird aber noch für den eigenen Gebrauch von Cocablättern kultiviert.

Für gewöhnlich besitzen die Kaffeefarmer*innen 1-3 ha Kaffee, leben abgeschieden weitestgehend in der Subsistenz und nehmen bis auf das Depulpen und Selektieren alle Prozessschritte der Kaffeeproduktion selbst auf der Finca vor. Viele halten Meerschweinchen, die in der Küche leben. Gekocht wird mit Feuerholz auf der traditionellen Lehmkochstelle, der „Tushpa“. Mit ihren Fincas und Kleintieren produzieren die Farmer*innen den Großteil der Nahrungsmittel selbst.

Wir arbeiten in Moyobamba mit unseren Freund*innen von der Kooperative Aproeco. Die Kooperative unterstützt die Farmer*innen bei der Produktion, Zertifizierung und Weiterentwicklung. Sie kauft den Farmer*innen die Kaffees ab und vermarktet sie. Dabei zählen wir auf eine enge Partnerschaft, zahlen hohe Preise für tolle Kaffees, pflanzen um Moyobamba Bäume, unterstützen organischen Anbau und Permakultur, sind ehrenamtlich für benachteiligte Kaffeebäuer*innen im Einsatz, und hoffen, dass wir uns bald wieder treffen können.

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