GALLITO DE LAS ROCAS

San Ignacio

Die Region San Ignacio de Namballe

Im Bergregenwald Nordperus liegt der dünn besiedelte Distrikt Namballe. Das Gebiet grenzt an das Nachbarland Ecuador direkt an. Die meisten Menschen leben im Familienverbund vom Kaffeeanbau. Ähnlich wie das Elsass in Europa ist die Grenzregion von wechselnden Gebietsansprüchen geprägt.

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Nach den Unabhängigkeitserklärungen von Ecuador 1809 und Peru 1821 gab es immer wieder Kriege um das Gebiet. Im Jahr 1941 tobte in Europa und auf dem Pazifik der Zweite Weltkrieg. Aber nicht die ganze Welt war in diesen Weltkrieg involviert. Peru und Ecuador kämpften einige Wochen lang ihren eigenen Krieg um die Ländergrenzen. Am Ende dieses Krieges vermittelten die USA im Vertrag von Rio de Janeiro zwischen den Parteien. Die USA suchten in den Ländern Südamerikas nach mehr Unterstützung für die Allianz gegen die Achsenmächte. Da störte das Scharmützel zwischen Peru und Ecuador. Letztendlich wurde der Konflikt beigelegt und Peru bekam die strittigen Gebiete zugesprochen. So kommt es, dass in San Ignacio de Namballe Menschen, die schon immer dort gelebt haben, ecuatorianische Vorfahren haben und trotzdem heute Peruaner*innen sind.

 

Gallito de las Rocas

Seit 2021 arbeiten wir in der Region mit der Kooperative Gallito de las Rocas. Die Kooperative wurde erst 2012 gegründet. Alle Kaffeefarmer*innen Perus und Lateinamerikas erinnern sich an dieses historische Jahr, in dem Kaffeerost auf dem ganzen Kontinent massiv ausbrach und allein in Peru die Kaffeeernte im Vergleich zum Vorjahr um ca. 25% der Kaffeefincas einschnitt. Als junge Kooperative konzentriert sich die Organisation darauf, durch Kaffee die Lebensqualität der Mitglieder zu verbessern.

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Geeignete Maßnahmen sind Zertifizierungen (Organic, Fairtrade, CAFÉ PRAXIS), die Erhöhung der Kaffeequalität durch technische Assistenz und das Finden geeigneter Märkte für den Kaffee. Auf 1.500 bis 1.800 m u. M. bauen die Farmer*innen Kaffee der Varietäten Caturra, Bourbon, Mundo Novo, Pache und Catimor an. Für gewöhnlich wird der Kaffee 18-23h aerob im Zuckerschleim fermentiert, bevor er gewaschen und getrocknet wird. Die überzeugende Qualität, eine klare Strategie und die agile Geschäftsführung haben der Kooperative zu einem beachtlichen Wachstum verholfen.

 

Zehn Jahre nach der Gründung umfasst die Organisation heute 279 Mitglieder mit einer Produktionskapazität von 30 Containern Rohkaffee, die nach Europa, USA, Kanada und Australien verkauft werden.

 

Der Name und das Symbol der Kooperative ist der Andenfelsenhahn, seines Zeichens Nationalvogel Perus. Treffenderweise lebt der Vogel zwischen 1.400 und 2.500m über dem Meeresspiegel – genau dort, wo die leckeren Arabica-Kaffees Perus im feuchten Bergregenwald wachsen. Farmer*innen haben uns berichtet, dass Andenfelsenhähne ihre Nester meistens in der Nähe von Wasserfällen bauen. Das Männchen strahlt rötlich-orange, während das Weibchen etwas dezenter in bräunlichem Federkleid auftritt. Die Vögel sind sehr sozial und selten allein anzutreffen. Meistens leben sie in Gruppen von 10-20 Tieren.

 

Wir hatten auch schon das Glück, ein Pärchen zu sehen. Der laute Schrei ist schwer zu überhören, trotzdem gehört etwas Glück dazu, die prächtigen Vögel anzutreffen. Es ist wichtig, den Vogel zu schützen. Einerseits sind die wilden Bestände Indikatoren für ein intaktes Ökosystem. Andererseits bieten sie Möglichkeiten für Einkommensdiversifizierung durch Tourismus.

Eine neue Partnerschaft

Mit der neuen Partnerschaft helfen wir der jungen Kooperative, sich weiterzuentwickeln und den Mitgliedern zu besseren Lebensumständen zu verhelfen. Im Austausch mit dem Geschäftsführer Eldon Cruz und der Kundschaft können wir dabei die jeweiligen Wünsche an die Beziehung gut miteinander abstimmen. Indem wir gezielt mit einer kleinen, jungen lokalen Kooperative arbeiten, fördern wir die Diversität und Wettbewerbsfähigkeit der Region.