Đưng K’Nớ
Lộc Rừng
Das „unsichtbare Dorf“ im Hochland Vietnams
Lộc Rừng hat seinen Sitz in Đưng K’Nớ, einem Dorf im Bezirk Lạc Dương, etwa 1.500 Meter über dem Meeresspiegel. Die Gegend ist umgeben von den ursprünglichen Wäldern des Núi Bà Bidoup. Die Hügel ragen bis auf 1.850 Meter hinauf und sind oft in dichten Nebel gehüllt – daher der Spitzname „unsichtbares Dorf“. Hier leben viele K’Ho-Familien, die für ihren Lebensunterhalt auf Agroforstwirtschaft und Ackerbau angewiesen sind. Die wichtigste Kulturpflanze ist Kaffee: Mehr als 800 Hektar werden hier in vielen kleinen Parzellen bewirtschaftet.
Fokus auf Spezialitätenkaffee
Der Ansatz von Lộc Rừng basiert auf Qualität und Fairness. Sie arbeiten direkt mit Landwirtinnen und Landwirten aus ihrer Gemeinschaft zusammen und unterstützen sie mit Wissen und Ressourcen zur Verbesserung ihrer Betriebe. Es ist ein System, das auf Vertrauen und langfristiger Zusammenarbeit beruht und darauf abzielt, Stabilität zu schaffen und bleibende Werte zu erzeugen. Mit ihrer eigenen, 2023 gegründeten Kaffeebaumschule, ziehen und teilen sie verschiedene Arabica-Varietäten – mit dem gleichzeitigen Fokus auf Qualität und Erntesicherheit. Die Setzlinge werden anschließend an lokale Anbaupartner*innen in der Gemeinschaft weitergegeben.
Arabica und die K’Ho – eine gemeinsame Geschichte
Arabica hat in Vietnam eine lange, aber eher leise Geschichte. Im 19. Jahrhundert erstmals von den Franzosen eingeführt, fasste die Pflanze im Hochland der Provinz Lâm Đồng Fuß, wo Höhe, vulkanische Böden und Klima ideale Bedingungen für Varietäten wie Typica, Bourbon und Caturra boten. Während das Land in jüngerer Zeit weltweit vor allem für Robusta bekannt wurde, wuchs Arabica im Bezirk Lạc Dương weiter – weitgehend unbeeinflusst von staatlich geförderten Robusta-Initiativen.
Das Volk der K’Ho lebt seit Generationen vom Land. Ihr Wissen über die Natur und ihre Kreisläufe ist tief verwurzelt. In den 1990er-Jahren jedoch führte ein politischer Vorstoß zum Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden – mit dem Ziel, Produktivität zu steigern und Armut zu verringern. Die langfristigen Folgen waren jedoch gravierend: Die Böden verloren an Kraft, die Pflanzen wurden anfälliger. Langsam und mit Ausdauer begannen viele K’Ho-Farmer*innen, zu traditionellen Methoden zurückzukehren. Schattenbäume, organischer Kompost und Mischkulturen sind heute Teil einer Bewegung, die darauf abzielt, die Fruchtbarkeit und das Gleichgewicht in diesem empfindlichen Ökosystem wiederherzustellen.
Ein gemeinsames Ziel
Gemeinsam mit unseren Partner*innen von Lộc Rừng verfolgen wir das Ziel, der K’Ho-Gemeinschaft zu helfen, ihr Land zu sichern und ihre Traditionen zu bewahren. Diese Partnerschaft unterstützt eine Lebensweise, die Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Respekt vor der Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Und erneut tragen wir gemeinsam dazu bei, das Bild des vietnamesischen Kaffees zu verändern und zu zeigen, dass er tatsächlich von herausragender Qualität sein kann.



