Zentral-Java (Jlegong)

JB Coffee

Das Dorf Jlegong liegt eingebettet in die Hänge des Mount Temanggung in Zentraljava, Indonesien. Eine Landschaft aus Nebel, Vulkanboden und dichtem Agroforst, in der Kaffee nicht Monokultur, sondern Teil eines lebendigen Ökosystems ist. Canephora, Arabica und Liberica wachsen hier Seite an Seite mit Gewürzen, Obstbäumen und Schattenpflanzen. Die Böden sind mineralisch, das Klima feucht, die Tage warm und die Nächte kühl – perfekte Bedingungen für Kaffee. Temanggung ist kein besonders bekannter Name auf der Weltkarte des Spezialitätenkaffees. Aber genau hier in diesem kleinen Dorf arbeitet ein Produzent, der auf einzigartige Art und Weise Tradition und Transformation kombiniert und mit seinen Kaffees die Kaffeewelt auf den Kopf stellt.

Reza Nurullahs Geschichte ist die von einem in einer Million. Es gab Phasen in seinem Leben, in denen er drogensüchtig war und auf der Straße lebte – ganz unten, ohne Perspektive. Umso unglaublicher ist es, dass er 2025 auf der JICC als „Most Influential Producer Indonesia“ ausgezeichnet wurde. Sein Leitsatz „Your opinion is not my reality“ ist kein Marketing, sondern gelebte Erfahrung. Reza ist nahbar, ruhig, wach, immer ein paar Schritte voraus. Kaffee und die Arbeit in der Natur sind für ihn heilende Inspiration, sagt. Heute prägt er nicht nur seine Familie und sein Dorf, sondern eine ganze Generation von Produzent*innen rund um den Globus. Sein Weg von der Straße auf den Gipfel des Kaffeeolymps ist filmreife Realität, getragen von Disziplin, Neugier und unerschütterlicher Leidenschaft eines einzigartigen Mannes.

Rezas Kaffees bewegen sich jenseits bekannter Kategorien. Liberica, Arabica, Canephora, Dewevrei (Excelsa) – er arbeitet mit jeder Coffea-Spezies, die er in die Finger bekommt. Seine Verarbeitungstechniken sind inspiriert von Diego Bermúdez, dem kolumbianischen Innovator. Doch während Bermúdez im Land der Colombian Milds an Arabica gebunden ist, kennt Rezas Neugier keine Grenzen. Was in Jlegong passiert, grenzt an Alchemie: mehrstufige Fermentationen mit Hefen, Hopfen und Mosto, präzise kontrolliert, radikal gedacht. Seine Kaffees schmecken nach grünem Tee, nach klarer Frucht, nach etwas völlig Neuem. Kein Wunder, dass sie es bis auf Weltmeisterschaften geschafft haben, und dass Rezas Kaffee u.a. in Julith ausgeschenkt wird, jene Rösterei in Dubai, die 2025 den teuersten Kaffee der Welt gekauft hat.

Als wir 2023 auf dem Canephorum durch den Kontakt mit Mik – unserem Partner und Autor von IWYFFCOTM und Canephora/Robusta – zum ersten Mal Rezas Kaffee verkosteten, waren wir ehrlich gesagt verwirrt. Wie kann Kaffee so intensiv nach grünem Tee und Frucht schmecken? Wurde hier geschummelt? Es brauchte zwei Jahre und einen Besuch vor Ort, um zu verstehen, was wir da im Glas hatten. In Jlegong führte Reza uns durch seinen Agroforst, erklärte seine Prozesse, rauchte stolz seinen selbst produzierten Tabak. Nichts war inszeniert, alles war echt. In diesem Moment wurde klar: Wir stehen nicht vor einem „experimentellen Produzenten“, sondern vor einem der einflussreichsten Kaffeeproduzenten unserer Zeit.

Unsere Partnerschaft mit Reza ist weit mehr als eine Ergänzung unseres Portfolios. Sie ist ein Statement. Reza steht exemplarisch für eine neue Welle des Kaffees, die das Arabica-Monopol im Spezialitätenkaffee endgültig hinter sich lässt. Eine Welle, die Exzellenz nicht an eine Spezies bindet, sondern an Haltung, Wissen und Mut. Seine Arbeit öffnet die Tür zu einer Welt, in der Coffea-Diversität nicht Nische, sondern Zukunft ist. Für Produzent*innen, Röstereien, Baristas und Genießer*innen gleichermaßen ist Rezas Weg Inspiration und Einladung. Er zeigt, was möglich ist, wenn man Konventionen ignoriert und der eigenen Realität folgt. Für uns ist klar: Wer verstehen will, wohin sich Kaffee entwickelt, kommt an Reza Nurullah nicht vorbei.

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