Unsere neue Partnerschaft: Lộc Rừng

Lộc Rừng, Vietnam

Wie alles begann

Unsere Verbindung zu Lộc Rừng reicht zurück bis ins Jahr 2022, als wir Kate zum ersten Mal trafen. Sie arbeitete damals in einem Labor für Kaffeebewertung, das sich auf die Qualitätsprüfung von Rohkaffee und Bildungsarbeit konzentrierte. Sie unterstützte uns bei Übersetzungen während Gesprächen mit Produzent*innen und begleitete Paul 2023 auf eine Reise nach Bảo Lộc, wo sie gemeinsam Mr.Toi besuchten.

Kurz darauf schlossen sie und ihr Verlobter sich Zanya Coffee an, um praktische Erfahrungen im Kaffeeanbau und in der Aufbereitung zu sammeln. Während eines von Pauls regelmäßigen Besuchen arbeiteten sie erneut einige Tage zusammen – verbunden durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Kaffee.

Kate from Lộc Rừng, Vietnam
Kate

Wir trafen das Team von Lộc Rừng

Unsere Verbindung zu Lộc Rừng reicht bis ins Jahr 2022 zurück, als wir Kate zum ersten Mal trafen. Quynh und ihr Vater hatten in der Nähe des Waldes ein Öko-Resort gegründet, das Besucher*innen die Möglichkeit bietet, durch traditionelle Handwerkskunst, Musik und Erzählungen in die Kultur der K’Ho einzutauchen.

Während ihr Vater sich auf das Resort und den Erhalt der Kultur konzentriert, begann Quynh, den Kaffeebereich aufzubauen – ein Projekt, das bald eigenständig werden soll. Sie errichtete eine kleine Aufbereitungsstation und arbeitete mit K’Ho-Farmer*innen aus umliegenden Dörfern zusammen.

Heute beschäftigt Lộc Rừng ganzjährig 15 Mitarbeitende, die meisten davon aus der lokalen Gemeinschaft. Während der Erntezeit wächst das Team um weitere 10 bis 15 Saisonarbeiter*innen. Es ist eine junge, energiegeladene Gruppe – Kate, Jahrgang 1996, ist nach wie vor die Älteste vor Ort.

Paul and Quyen at the Loc Rung Coffee Nursery, Vietnam
Paul und Quynh in der Loc Rung Kaffee-Baumschule

Das „unsichtbare Dorf“ im Hochland Vietnams

Lộc Rừng liegt in Đưng K’Nớ, einem Dorf im Bezirk Lạc Dương, auf etwa 1.500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gegend ist umgeben vom Waldgebiet Núi Bà Bidoup. Die Hügel steigen dort auf bis zu 1.850 Meter an und sind oft in dichten Nebel gehüllt – daher stammt auch der Spitzname „unsichtbares Dorf“.

In dieser Region leben viele K’Ho-Familien, die von Agroforstwirtschaft und Landwirtschaft leben. Kaffee ist hier die wichtigste Kulturpflanze – auf über 800 Hektar wird sie in vielen kleinen Parzellen angebaut.

Kaffee, der im Dschungel wächst

Lộc Rừng folgt ausschließlich Prinzipien der nachhaltigen Landwirtschaft. Das Team nutzt organische Dünger und konzentriert sich auf eine langfristige Verbesserung der Bodenqualität. Mehrschichtige Pflanzsysteme, Schattenbäume und natürliche Kompostierung führen Nährstoffe dem Boden zurück und fördern die Artenvielfalt.

Diese Praktiken schaffen eine gesunde Umgebung für den Anbau und schützen gleichzeitig das Land für kommende Generationen. Umgeben vom einheimischen Wald sorgt das Mikroklima rund um Lộc Rừng für saubere Luft und eine intakte Biodiversität. Weniger Schädlinge und ein kühles Klima ermöglichen ein langsames Ausreifen der Kaffeekirschen – das führt zu komplexeren Aromen.

Fokus auf Spezialitätenkaffee

Lộc Rừng verfolgt einen Ansatz, der auf Qualität und Fairness basiert. Sie arbeiten direkt mit Farmer*innen aus der eigenen Gemeinschaft und unterstützen sie mit Wissen und Ressourcen, um ihre Anbauflächen zu verbessern. Das System beruht auf Vertrauen und langfristiger Zusammenarbeit – mit dem Ziel, Stabilität zu schaffen und nachhaltige Werte zu erzeugen.

Mit der eigenen Kaffeebaumschule, die 2023 gegründet wurde, ziehen sie verschiedene Arabica-Varietäten heran – mit Fokus auf Qualität und Ertragssicherheit. Die Setzlinge werden an die lokalen Produzent*innen weitergegeben.

Die Wurzeln des Arabica in Vietnam

Arabica wurde im 19. Jahrhundert von den Franzosen nach Vietnam gebracht. Während sich der Großteil der heutigen Kaffeeproduktion auf Robusta konzentriert, gibt es vor allem in der Provinz Lâm Đồng noch kleinere Anbaugebiete für Arabica.

Die Höhenlage und der vulkanische Boden bieten ideale Bedingungen für alte Sorten wie Typica, Bourbon und Caturra. Kaffees aus dieser Region sind selten und erfreuen sich wachsender Nachfrage – sowohl im Inland als auch international.

Die Rolle der K’Ho

Die K’Ho-Gemeinschaft bildet das Rückgrat des Kaffeeanbaus in der Region. In den 1990er-Jahren führten staatliche Programme chemische Dünger und Pestizide ein, um Armut zu bekämpfen. Doch diese Mittel schädigten auf Dauer das Land und schwächten die Pflanzen.

Viele K’Ho-Farmer*innen kehrten daher zu traditionellen Methoden zurück – mit Schattenbäumen, Kompost und lokalem Wissen zur Wiederherstellung der Bodengesundheit. Es war ein langsamer Prozess, doch unsere Partner*innen bei Lộc Rừng sind überzeugt: Es ist der einzig richtige Weg.

Ein gemeinsames Ziel

Mit Lộc Rừng teilen wir das Ziel, den K’Ho zu helfen, ihr Land zu sichern und ihre Traditionen zu bewahren. Diese Partnerschaft steht für eine Lebensweise, die Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Respekt gegenüber der Umwelt wertschätzt.

Gemeinsam zeigen wir, dass vietnamesischer Kaffee von herausragender Qualität sein kann.

Paul Lidy Portrait
Paul Lidy
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