Rückblick Canephorum Meise

Unser Canephorum-Event in Meise war eine außergewöhnliche Erfahrung. Wir durften mehr als 50 Teilnehmende aus über 20 Ländern begrüßen: Wissenschaftler, Botaniker, Forschende, Produzent, Händler, Röster, Baristas und Lehrende. Noch nie war unser Publikum so vielfältig und inspirierend.

Selbst im Botanischen Garten, umgeben von Tausenden Pflanzen und Bäumen, war die Hitzewelle deutlich zu spüren. Glücklicherweise bot der Konferenzraum im Historischen Schloss Bouchout mit einer kleinen Brise im Gemäuer zumindest etwas Abkühlung.

Dr. Piet Stoffelen und Dr. Robrecht Bollen eröffneten die Konferenz mit ihrer Keynote darüber, wie Canephora zu einer weltweit angebauten Kulturpflanze wurde. Wir erfuhren mehr über Coffea laurentii, Coffea robusta und Coffea canephora – und verstanden, dass es sich bei allen drei tatsächlich um dieselbe Art handelt.

Leider wurde unserer Gastrednerin Dr. Catherine Kiwuka aus Uganda aufgrund von Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit Ebola ihr Visum verweigert, sodass sie nicht zu uns nach Belgien kommen konnte. Dennoch hielt sie eine hervorragende Keynote über den Wert der afrikanischen Canephora-Diversität, basierend auf ihrer Forschungsarbeit in Uganda. Online zugeschaltet konnte sie zudem die Fragen des Publikums live beantworten.

Nach dem Mittagessen erkundeten wir den Botanischen Garten und entdeckten verschiedene Coffea-Arten – darunter einige, die in freier Wildbahn bereits ausgestorben sind. Besonders beeindruckend war es, einige der ältesten Kaffeeblattproben zu sehen, die Émile Laurent 1895 im Kongobecken gesammelt hatte. Darunter befanden sich einige der ersten Exemplare, anhand derer Botaniker jene Art beschrieben, die später als Coffea canephora bekannt werden sollte.

Außerdem verkosteten wir uns durch ein Dutzend Canephora-Kaffees von drei Kontinenten, die unterschiedliche genetische Hintergründe und preisgekrönte Produzent repräsentierten – und das in der Kawa Bar des Botanischen Gartens.

Am Nachmittag gab Dr. Michel Baqueta Einblicke in seine beeindruckende Forschungsarbeit in Brasilien zur Rückverfolgung der Herkunft von Canephora, insbesondere von Amazon Robusta. Wir erfuhren mehr über den schnell wachsenden Canephora-Sektor Brasiliens und die faszinierende Conilon-Robusta-Dualität.

Am zweiten Tag nahm uns Dr. Lukas Macheiner mit auf eine Reise durch die chemischen Prozesse, die einen trockenen Canephora-Samen in die geröstete Kaffeebohne verwandeln, die wir kennen und lieben – und die natürlich nach wie vor ein Samen ist. Wir erfuhren, wie diese Veränderungen beeinflussen, wie wir als Röster mit Canephora umgehen sollten.

Die Meise-Forscher Augustin Peeters und Christophe Van Neste stellten in einer kurzen Keynote ihre Arbeit zur EUDR vor. Anschließend versammelten wir uns vor Schloss Bouchout für ein Gruppenfoto, bevor wir die Konferenz mit einem interaktiven Workshop abschlossen. Vier Gruppen – in denen jeweils Perspektiven aus Wissenschaft, Produktion und Industrie zusammenkamen – diskutierten Zukunftsszenarien, die die weitere Entwicklung von Canephora prägen könnten. Alle Teilnehmenden brachten ihre Ideen ein, und es war inspirierend zu erleben, wie Expert mit unterschiedlichsten Hintergründen ihre Perspektiven auf die Zukunft der Art miteinander austauschten.

Die zwei Tage vergingen wie im Flug, und für viele Teilnehmende hatte die Kaffeewoche gerade erst begonnen – schließlich stand mit der World of Coffee Brussels bereits das nächste Ereignis bevor.

Wir danken dem Botanischen Garten Meise dafür, dass wir zu Gast sein durften, und InterAmerican Coffee Europe für das Sponsoring der Veranstaltung.

Nun lassen wir die vielen Eindrücke erst einmal wirken, bevor wir mit der Planung von Canephorum 5 beginnen. Bleibt gespannt!

Lukas Harbig Portrait
Lukas Harbig

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