Roasting Guide: Mật Ong mit Florian

Über den Roasting Guide:

Mit unserem Roasting Guide stellen wir regelmäßig Röster*innen aus unserem Netzwerk vor und geben Einblicke in ihre Arbeit mit unseren Kaffees. Jede Ausgabe zeigt, warum sie einen bestimmten Rohkaffee gewählt haben, wie sie ihn sensorisch verstehen und welche Überlegungen in die Entwicklung ihres Röstprofils einfließen.

Text, technische Details und alle Fotos entstehen in Zusammenarbeit mit den vorgestellten Röster*innen. So entsteht ein Format, das Fachwissen, Handschrift und Persönlichkeit verbindet und die Menschen sichtbar macht, die jeden Kaffee besonders machen.

Über Florian

Florian ist seit etwas mehr als einem Jahr Head of Roastery im Johann Jacobs Haus. In dieser Rolle leitet er die Entwicklung neuer Kaffees – von der Auswahl der Rohkaffee-Lots bis zur finalen Ausarbeitung in der Rösterei. Mit einem ausgeprägten Gespür für Qualität, Balance und Charakter übersetzt er die Arbeit der Farmer*innen in präzise Röstprofile und prägt damit die sensorische Identität der Kaffees aus dem Johann Jacobs Haus.

Warum hast du diesen Kaffee ausgewählt?

„Mật Ong ist für uns ein besonderer Rohkaffee, weil er nicht nur sensorisch überzeugt, sondern auch für eine neue Perspektive auf Canephora/Robusta im Spezialitätenkaffee steht. Sein Name bedeutet „Honig“, was auf die natürliche Süße dieser Honey-Aufbereitung in Đắk Lắk verweist – ein Charakterzug, den wir im Röstprofil gezielt herausarbeiten wollen. Gleichzeitig steht dieser Rohkaffee für partizipative Beziehungen zwischen Farmer*innen und Rösterei und spiegelt Werte wider, die wir bei cumpa teilen.“

Welches Produkt stellst du daraus her?

„Mật Ong setzen wir nicht als Single Origin, sondern bewusst als Bestandteil eines Blends ein. In Kombination mit einem weiteren Kaffee entsteht ein Espresso-Blend, bei dem Mật Ong für Körper, Süße und Struktur sorgt, während der zweite Kaffee Frische und aromatische Spannung ergänzt.

Geröstet wird der Kaffee als Espresso im Medium Roast. Dieser Röstgrad erlaubt es uns, die honigartige Süße sowie die schokoladigen und würzigen Noten von Mật Ong klar herauszuarbeiten und gleichzeitig genug Balance für ein harmonisches Gesamtprofil im Blend zu schaffen – sowohl pur als auch in Milchgetränken.“

Wie gehst du bei der Entwicklung eines Röstprofils vor?

Wenn ich priorisieren muss, sind das meine sechs Punkte:

  1. Reproduzierbarkeit (stabile Maschine, gleiche Chargen/Batches, sauberer Airflow)

  2. RoR-Kontrolle (Rate of Rise): Smooth Decline, keine Flicks um den First Crack

  3. Maillard-Qualität (Süße/Körper vs. stumpf/brotig)

  4. Development passend zum Espresso-Ziel (DTR grob 20–24 % als Start)

  5. Wärmeübertragung passend zur Bohnenaufbereitung/-varietät (Dichte/Feuchte/Processing)

  6. Cup- und Espresso-Dial-in als Wahrheitstest (nicht nur schöne Röstkurven)

Welche Röstmaschine verwendest du?

„12-kg-Probat-Trommelröster.“

Technische Daten

  • Charge Size: 12 kg
  • Roast Duration: 14:05 (min:sec)
  • Development Time: 2:58 (21 %)
  • Endtemperatur: 217 °C

Wie beschreibst du den Geschmack?

„Mật Ong zeigt ein vollmundiges, rundes Profil, bei dem sich wilde Honigsüße, dunkle Schokolade und würzige Holznoten zu einem ausgewogenen Espresso verbinden. Die Honey-Aufbereitung verleiht dem Kaffee eine natürliche Süße und Komplexität, während die robusten Noten Struktur und Tiefe hinzufügen. Im Ergebnis entsteht ein Espresso, der sowohl intensiv als auch nuanciert ist – perfekt für alle, die das Canephora-Potenzial im Specialty-Bereich erleben wollen.“



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Clara Schumann
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