Behind the Beans: Luis Duarte

Über “Behind the Beans”
In „Behind the Beans“ werfen wir einen Blick auf die Orte, an denen die Beziehungen in der Kaffeebranche wirklich entstehen: bei den Menschen, die Qualität ermöglichen, lange bevor eine Lieferung bei Ihnen ankommt. In dieser Ausgabe sprechen wir mit Luis, der durch seine Arbeit mit Kaffee einer langen Familientradition in El Salvador folgt.
Interview with Luis Duarte
In welcher Beziehung stehst du zu cumpa?
Wie bist du zur Kaffeeindustrie gekommen?
Durch das Erbe und die Tradition meiner Familie begann meine Geschichte mit Kaffee bereits bei meiner Geburt. Ich bin die fünfte Generation von Kaffeefarmern in meiner Familie. Von unseren Vorfahren haben wir die Leidenschaft für Kaffee und für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Landes geerbt.
Was gefällt dir an der Spezialitätenkaffee-Branche?
Ich schätze es sehr, direkt mit den Kundinnen und Kunden in Kontakt zu sein und ihre Vorlieben und Bedürfnisse zu verstehen. Ebenso ist es mir wichtig, dass der Einsatz der Produzentinnen und Produzenten auf ihren Farmen gesehen und wertgeschätzt wird und sich diese harte Arbeit letztlich in der Qualität des Kaffees in der Tasse widerspiegelt.
Was möchtest du mit Kaffee erreichen?
Ich möchte die Tradition meiner Familie fortführen, salvadorianischen Kaffee unter den besten Kaffees der Welt positionieren und gleichzeitig dazu beitragen, unsere Umwelt zu bewahren. Außerdem möchte ich weitere Verbindungen entlang der gesamten Kaffee-Wertschöpfungskette aufbauen und bessere Bedingungen schaffen – sowohl für die Produzentinnen und Produzenten als auch für alle Menschen, die auf den Farmen und in der Aufbereitung arbeiten.
Was bedeutet (Spezialty-)Kaffee für dich?
Was war das Verrückteste, das dir jemals mit Kaffee passiert ist?
Vor etwa zehn Jahren, als ich gerade begann, mich intensiver mit Specialty Coffee zu beschäftigen und mit meinen ersten differenzierten Aufbereitungsprozessen zu experimentieren, beschloss ich, einen Natural Coffee der Varietät Maragogype zu produzieren. Ein befreundeter Kaffeeproduzent teilte seinen Prozess Schritt für Schritt mit mir und erklärte mir genau, wie ich dabei vorgehen sollte.
Allerdings machte ich einen Fehler und führte unbeabsichtigt eine doppelte Fermentation durch, die überhaupt nicht Teil des ursprünglich vorgesehenen Prozesses war. Ich dachte, ich hätte den Kaffee ruiniert. Doch als wir ihn schließlich verkosteten, war die Überraschung riesig – er schmeckte unglaublich gut!
Seitdem wenden wir diesen Prozess weiterhin an, sowohl bei dieser Varietät als auch bei anderen.
Welches Vorurteil über Kaffee möchtest du ausräumen?
Vor allem möchte ich die Wahrnehmung verändern, dass Kaffeefarmen nicht nachhaltige Monokulturen sind. Zumindest in unserem Land wächst Kaffee unter einem hohen Anteil an schattenspendendem Baumbestand. Dass wir heute noch Wälder haben, ist daher zum Teil auch den Kaffeefarmen und ihrem Beitrag zu deren Erhalt zu verdanken.
Außerdem möchte ich mit dem alten Vorurteil aufräumen, dass Kaffee zwangsläufig mit der Ausbeutung von Arbeitskräften verbunden ist. Die Specialty-Coffee-Branche hat dazu beigetragen, diese Wahrnehmung zu verändern, indem sie faire Preise fördert und gerechtere Bedingungen entlang der gesamten Kaffee-Wertschöpfungskette schafft.
Auf welches Kaffee-Highlight freust du dich derzeit am meisten?
Im Moment warte ich voller Vorfreude auf die neue Kaffeesaison. Besonders gespannt bin ich auf die Lots einer Farm, die wir von Grund auf neu aufgebaut haben. Nun ist endlich der Zeitpunkt gekommen, die Qualität dieser neuen Pflanzungen zu beurteilen, und ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse.
















