Behind the Beans: Justin Asimonyo

Behind the Beans Justin Asimonyo

Über „Behind the Beans“

In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick hinter die Kulissen mit Justin Asimonyo. Er ist Botaniker und forscht in seiner Heimat, der DR Kongo, an Coffea und anderen Gattungen. Auf seinen Missionen sucht er im Urwald nach wilden Spezies, überprüft bestehende In-situ-Eintragungen, bestätigt oder widerlegt deren Vorkommen und ergänzt neue Entdeckungen auf der Landkarte. Gemeinsam mit seinem Partner Ieben Brockhoeven, einem promovierten Agronomen des Botanischen Gartens Meise, betreibt er außerdem eine kleine Canephora-Produktion auf dem Gelände des INERA-Forschungszentrums in Luki.

Interview mit Justin Asimonyo

Was ist dein Verhältnis zu cumpa?

Ich habe noch keine echte Beziehung zu cumpa. Ich habe cumpa kennengelernt, als Lukas uns in Luki (DRC) besucht hat. Ich schätze es, dass cumpa sich nicht nur für den grünen Kaffee interessiert, sondern auch für die Varietäten.

Warum hat es dich in die Kaffeeindustrie verschlagen?

Mich fasziniert, wie wenig der wahre Wert vieler Kaffees im internationalen Markt erkannt wird. Besonders kongolesischer Kaffee wird oft ohne triftigen Grund abgewertet – dabei habe ich gesehen, dass er großes Potenzial hat. Diese Ungerechtigkeit hat mich motiviert, tiefer in die Nacherntequalitäten einzusteigen und mein Wissen zu erweitern. Gleichzeitig habe ich miterlebt, wie Länder wie Uganda dieselben Kaffees einkaufen und plötzlich, ganz überraschend, gelten sie als guter Kaffee. Ich möchte meinen Beitrag leisten, damit Herkunft und Qualität von Anfang an den Wert bekommen, den sie verdienen.

Was gefällt dir an der Spezialitätenkaffeebranche?

Im Spezialitätenkaffee interessiere ich mich besonders für die gesamten Nachernte- und Verarbeitungsprozesse.

Was willst du mit Kaffee erreichen?

Meine Ziele mit Kaffee sind seine Aufwertung und die Schaffung von Mehrwerten zum Nutzen der Farmer*innen. Aber auch seine Genesis – also Ursprung, Varietäten, Qualitäten und das Geschäft.

Was bedeutet (Spezialitäten-) Kaffee für dich?

Spezialitätenkaffee ist für mich ein Kaffee mit gutem Geschmack und Aroma in Bezug auf seine Nachernte- und Röstbehandlung.

Was ist das Verrückteste, das dir im Kaffeekontext je passiert ist?

Das Verrückteste ist es, Teil von der Entdeckung wilder Kaffees zu entdecken – Vorfahren kultivierter Kaffees, insbesondere kongolesischen Ursprung von Canephora/Robusta.

Mit welchem Kaffeevorurteil möchtest du aufräumen?

Das Vorurteil über Kaffee, das ich gerne ausräumen möchte, ist die Kontroverse um ungerechte Anforderungen an kongolesische Kaffeeexporte sowie die unnötigen Diskussionen über die angemessene Bezeichnung für Robusta-Kaffee. Für mich ist der Name Canephora passend, und die anderen Bezeichnungen können als Suffixe für die Varietäten verwendet werden.

Auf welches (Kaffee-)Highlight freust du dich aktuell am meisten?

Die Kaffeeerfahrung, von der ich spreche, besteht darin, mit Gewissheit den wahren Ursprung des Canephora-Kaffees, seine Varietäten und seine Anbaugebiete kennenzulernen. Eine fachliche Ausbildung in Nachernteverarbeitung und Transformation für den Verkauf von Qualitätsprodukten wäre ein großer Vorteil – ebenso wie die entsprechende Ausstattung.


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Lukas Harbig
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